Dieses Jahr war ich mit Freunden auf der AC/DC-Tour in Dresden. Ein Abend voller Energie, Musik und Gänsehaut. Und dann kam der Moment, den jeder kennt: Du bist wieder zuhause, das Ticket liegt auf dem Tisch, und du fragst dich, wohin damit. In die Schublade, wo es in zwei Jahren zerknittert wieder auftaucht? An die Pinnwand, wo es ausbleicht? Bei mir kam die Frage anders raus: Warum drechsle ich nicht einfach einen Stift daraus?
Das Problem mit dem Ticket
So einfach ist das nämlich nicht. Eine Konzertkarte ist zu groß für einen Stift, du kannst sie nicht einfach herumwickeln. Also habe ich mir die Teile herausgesucht, die wirklich zählen. Den Namen, das Datum, die Stadt. Der Rest, also die Kleingedruckten und der Barcode, ist geblieben, wo er war.
Wie aus Papier ein Stift wird
Die ausgeschnittenen Stücke habe ich auf die Hülse geklebt, so, dass die Schrift später an der richtigen Stelle sitzt. Dann kam alles in durchsichtiges Kunstharz. Klar, nicht gefärbt, denn man soll ja lesen können, was drauf steht. Nach dem Aushärten ging es an die Drechselbank, danach Schleifen und Polieren, bis das Harz so klar ist, dass das Ticket darunter wieder scharf zu erkennen ist. Das ist der Moment, in dem aus einem Stück Papier etwas wird, das man in dreißig Jahren noch in der Hand hält.
Und jetzt trage ich diesen Abend mit mir herum. Nicht als Foto auf dem Handy, das ich nie wieder anschaue, sondern als Ding, das ich jeden Tag benutze.
Dein Ticket, dein Stift
Das kannst du genauso haben. Du schickst mir deine Konzertkarte, und ich fertige daraus dein Schreibgerät. Welches Modell es wird, entscheidest du, und dazu wählst du unterschiedliche Metallbeschläge. Sag mir dabei ruhig, welcher Teil des Tickets dir wichtig ist, der Bandname, das Datum, die Stadt. Dann bekommt genau der den Platz, an dem du ihn später siehst.
Nicht nur Konzerte
Es muss keine Konzertkarte sein. Papier ist Papier, und ein Ticket ist selten das Einzige, was man aufhebt. Die Eintrittskarte zum Pokalfinale. Der Bahnfahrschein von der Reise, bei der alles anders kam. Die Karte vom ersten Kinobesuch mit jemandem, der inzwischen wichtig geworden ist. Wenn du so etwas in der Schublade hast, frag mich einfach, ob es sich verarbeiten lässt. Ich sage dir ehrlich, ob das Material mitspielt.